Familienwochende mit Seminar 16.3. bis 18.3.2001

Der Leitsatz
"Handeln, nicht behandelt werden"
passt auch zu diesem Seminar.
Wir müssen handeln, damit wir
nicht eines Tages behandelt werden.
Damit wir richtig handeln können
müssen wir uns informieren. Zum Beispiel
in dem angebotenen Seminar.
Mehr über das neue Kolping Leitbild
erfährst
du auf der Kolping
Homepage.
Hinsehen - nicht wegschauen! Jugendgewalt und Rechtsradikalismus: was tun?
| Veranstalter:
Kolpingsfamilie Vilshofen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Kreisbildungswerk Passau e. V.
|
Referenten:
Meyer Franz, Mitglied des Landtages Kaplan Wolfgang Keller Christine Vogl, Präventive Jugendarbeit (Pfarrcaritas Vilshofen)
|
Seminarleitung:
Johann Kroneder 94474 Vilshofen |
"Radikalismus und die Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft" war das Thema beim Familienwochenende der Kolpingsfamilie in Teisendorf. Über 40 Teilnehmer folgten der Einladung und informierten sich. Mit an Bord war die Streetworkerin von Vilshofen, Christine Vogl. Nachdem sich die Teilnehmer vorgestellt haften, legte die Referentin auch gleich richtig los.
Anhand von Folien und CDs erklärte sie Eltern und Kids die Symbole der rechtsradikalen Szene. Soziale Schieflage, Arbeits- und Orientierungslosigkeit sind häufig die Gründe dafür, dass Jugendliche dem Radikalismus zusprechen. Frau Vogl sprach über ihre Arbeit und die Erfahrungen aus ihrer Arbeit in der präventiven Jugendarbeit und erklärte, dass die betroffenen Jugendlichen in erster Linie Opfer und nicht Täter sind. Den Drahtziehern und Rädelsführern der Szene ist mit rechtsstaatlichen Mitteln nur schwer beizukommen. Ausführlich und kontrovers wurde noch lange am Freitagabend über das Thema Gewalt diskutiert.
Ein hochinteressanter und geschichtsträchtiger Ausflug zum ehemaligen heimlichen Machtzentrums des Naziregimes am Obersalzberg bei Berchtesgaden stand am Samstagvormittag auf dem Programm. Erschütternde Dokumente, Berichte von Zeitzeugen, unzählige Plakate, Bilder und Schriften über die Gewaltverbrechen im 3. Reich sind in der 1999 errichteten Ausstellungshalle zu sehen. Ebenso sind Teile der unterirdischen Bunkeranlagen des Obersalzberges zu besichtigen. Dieses Dokumentationszentrum ist ein sehr empfehlenswertes Ziel für Klassenfahrten zur Belebung des Geschichtsunterrichtes, aber auch für Jugendgruppen und Vereine.
Im weiteren Verlauf des Seminars referierte Franz Meyer MdL über die Gefahren des Rechtsradikalismus in unserer Gesellschaft und mit welchen Maßnahmen die Bayerische Staatsregierung der Gewaltbereitschaft gegenübertritt.
In Bayern steigt die Zahl der Delikte mit rechtsradikalem Hintergrund. Auch in Vilshofen und Hauzenberg haben jugendliche Gewalttäter für negative Schlagzeilen gesorgt. Nach Angaben der Polizeibehörden gilt diese rechte Szene jedoch als zerschlagen. Obwohl Bayern in der Statistik über rechtsextreme Gewalttaten an letzter Stelle zu finden ist, werden fremdenfeindliche Straftaten, extremistische Gewaltdelikte und Kriminalität gegen Ausländer von den Sicherheitskräften mit aller Härte bekämpft.
Als zusätzliche Akzente den Extremismus einzuschränken nannte Franz Meyer: Rasch auf ein gezieltes Verbot der NPD hinzuwirken - die Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Kräfte zu intensivieren - die Möglichkeit der präventiven Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs und das Jugendstrafrecht zu verbessern.
Mit vielen Statistiken, Tabellen und Zahlen über die Entwicklung der Gewaltbereitschaft in Deutschland konfrontierte Frau Christine Vogl die Seminarteilnehmer, bevor die grundlegende Frage gestellt wurde. Was können wir tun, die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen zu reduzieren?
Allen Teilnehmern wurde schnell klar, dass es keine Patentrezepte gegen Radikalismus gibt, dennoch wurden Lösungsvorschläge erarbeitet und diskutiert. An erster Stelle wurde das Vorleben von Werten genannt. Kinder brauchen ehrliche und positive Vorbilder. Die Eltern müssen der Erziehung ihrer Kinder wieder mehr Bedeutung beimessen.
Eine Verbesserung der Lebenssituation für Jugendliche, Schaffung geeigneter Freizeitangebote, Bildung kleinerer Schulklassen und gesellschaftliche Anerkennung von Heranwachsenden können dazu beitragen die Gewaltbereitschaft einzudämmen. Die Steigerung der Glaubwürdigkeit der Politiker und auch die konsequente Anwendung des staatlichen Gewaltmonopols würden dazu führen, die Situation zu entspannen.
Rollenspiele über alltägliche Auseinandersetzungen von Jugendlichen, inszeniert von Kindern und Eltern erheiterten am Sonntagvormittag die Gemüter. Zum Abschluss des Familien-Wochenendes wurde zusammen mit anderen Gruppen in der Hauskapelle ein
Gottesdienst gefeiert. Kaplan Wolfgang Keller gestaltete den Gottesdienst passend zum Thema.
Unser Familienwochenende 1999 in Lambach (Thema "Ökologie und Natur")
Kolpingsfamilie Vilshofen: Kontakt Impressum Newsletter

© Copyright und Gestaltung Luis Blank